EIN BAUWERK VOLL GESCHICHTE
Das kleine, am Lauf der Würschnitz gelegene Wasserschloß wurde bereits im 16. Jahrhundert erbaut, nachdem der Annaberger Münzmeister Wolff Hünerkopf 1543 die einstmals zu dem Chemnitzer Kloster gehörigen Dörfer Klaffenbach, Burkhardtsdorf und Neukirchen vom sächsischen Kurfürsten käuflich erworben hatte. Hünerkopf starb 1570 und seine Söhne verkauften das Anwesen wieder an den Kurfürsten zurück. 1615 erwarb es der in der Gunst des jungen Kurfürsten Johann Georg I. stehende estländische Edelmann Dietrich von Taube. Damit begann die Ära der Familie von Taube, die bis 1819 anhalten sollte. Hohe und höchste sächsische Staatsbeamte gingen aus ihren Reihen hervor, so der Landvogt der Oberlausitz, der Oberhofmarschall, der Oberstallmeister und der Kanzler. Durch Verkauf an einen wohlhabenden Schneeberger Kaufmann gelangte das Schloss 1819 in bürgerliche Hände. Als es die Gemeinde Klaffenbach 1934 übernahm, war nicht mehr viel von der einstigen Herrlichkeit übrig geblieben. Die weitere Nutzung durch den Reichsarbeitsdienst ab 1935 und als Jugendwerkhof für Mädchen ab 1949 trugen zu Verfall und Entstellung des architektonischen Kleinodes bei. Erst zwischen 1992 und 1995 brachen für das Schloss wieder bessere Zeiten an: Die Gemeinde Klaffenbach beschloss, die stark verwahrlosten Gebäude zu sanieren und umzubauen Mit Hilfe europäischer Fördermittel erfolgte die grundlegende Sanierung und Restaurierung, als deren Ergebnis sich das Ensemble heute als eine kulturelle Begegnungsstätte der besonderen Art präsentiert. Durch die Eingemeindung der Gemeinde Klaffenbach ist seit 1997 die Stadt Chemnitz Eigentümer des Schlosses.