C³ Chemnitzer Veranstaltungszentren GmbH c/o Wasserschloß Klaffenbach
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Stand / Druckdatum: 18.08.2017

Das Wasserschloß Klaffenbach im 19. und 20. Jahrhundert

 
 
 

DAS WASSERSCHLOSS KLAFFENBACH IM 19. UND 20. JAHRHUNDERT

 
 
 
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1819 verkaufte Moritz von Taube das Gut Neukirchen an den Fabrik-, Kauf- und Handelsherrn Carl Heinrich Hähnel aus Schneeberg. Damit endete die 200-jährige Herrschaft der von Taubes über das Wasserschloß Klaffenbach. Bis 1909 verblieb das Ensemble nun in den Händen der Nachkommen Carl Heinrich Hähnels. 1909 ging es in den Besitz der Landesbank Berlin über, die bis 1926 Eigentümerin des Schlosses war. 1926 wurde es erstmals der Gemeinde Klaffenbach zugesprochen. Ab 1935 wurde das Schloss vom Reichsarbeitsdienst als Lager genutzt. Nicht mehr viel war nun von seiner alten Herrlichkeit übriggeblieben. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden im Wasserschloß für kurze Zeit Sowjetsoldaten, später die sowjetische Kommandantur einquartiert. Die Flächen rund um das Ensemble dienten dem Anbau von Rüben, Kartoffeln und Getreide.
 
Wenig später begann ein weiteres trauriges Kapitel in der Geschichte des Wasserschlosses Klaffenbach: 1947 richtete das Jugendamt Chemnitz hier ein Mädchenheim ein, in welchem junge Mädchen untergebracht wurden, welche mit dem Gesetz in Konflikt geraten waren. Die Bewohnerinnen dieses Heims waren zur Arbeit in der Landwirtschaft angehalten. 1949 erhielt das Mädchenheim den Status eines Jugendwerkhofes, in dem sogenannte „schwer erziehbare“ Mädchen im Alter von 14 bis 18 Jahren aus allen Bezirken der DDR untergebracht waren. Zeitweise lebten bis zu 100 junge Frauen gleichzeitig im Jugendwerkhof, wo sie Teilausbildungen in der Landwirtschaft absolvierten oder aber tagsüber in den zahlreichen Industriestätten der Region arbeiteten. Die umliegenden Einwohner begegneten ihnen oft mit Vorbehalten und vermieden in aller Regel unnötige Kontakte mit den Mädchen. Leider ist davon auszugehen, dass auch in diesem Jugendwerkhof Methoden repressiver Heimerziehung angewandt wurden. An dieser Stelle möchten wir unser Mitgefühl für die Opfer der Jugendwerkhöfe im Allgemeinen sowie mit den ehemaligen Insassen des Jugendwerkhofes in Klaffenbach im Speziellen zum Ausdruck bringen.
 
Öffnungszeiten
Das Renaissance-Schloss hat zu folgenden Zeiten für Sie geöffnet:

Oktober bis März
Dienstag bis Sonntag, Feiertage:
11.00 - 17.00 Uhr

April bis September
Dienstag - Freitag:
11.00 - 17.00 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage:
11.00 - 18.00 Uhr
 
 
 
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